Skeptiker als Spielverderber?
Ich sehe gerne Dokumentationen über UFO’s und Geister und jede Menge anderen Blödsinn. Nicht weil ich es wirklich glauben würde, sondern weil ich schöne, auf den ersten Blick mysteriöse Probleme mag, die man dann genüsslich mit wissenschaftlichen Methoden zerpflücken und analysieren kann. Leider funktioniert das nicht. In aller Regel zerfallen diese “Mysterien” beim ersten Sichtkontakt einfach von selbst.
Wenn man sich einmal damit befasst, muss man leider feststellen, dass die Leute die sich damit beschäftigen in aller Regel einfach entweder dumm, naiv oder beides zugleich sind. Fast nie findet man jemanden bei dem man sagen würde: “Der macht einen wirklich intelligenten, objektiven, pragmatischen Eindruck und hat sich da offensichtlich nur in irgend eine Denkweise verstiegen die so keinen Sinn macht”
An diesem Punkt entsteht für mich ein anderes Selbstverständnis als Skeptiker. Ist man automatisch Skeptiker nur weil man nicht an UFO’s und Bigfoot glaubt? Ich denke nicht. Skeptiker ist man, wenn man aktiv nach solchen “Sachen” sucht um sie zu analysieren. Auf der einen Seite um darüber etwas über die menschliche Natur zu erfahren, auf der anderen Seite aber auch in der Hoffnung vielleicht doch auf etwas zu stoßen was völlig unglaublich aber doch wahr ist.
Wie wunderbar wäre es, würde man Bigfoot wirklich finden. Eine wissenschaftliche Sensation sondergleichen. Oder gar der tatsächliche Nachweis von außerirdischem Leben. Das wäre vermutlich eine der wichtigsten Entdeckungen in der Geschichte der Menschheit. Um so enttäuschter ist man dann eben wenn man sieht wer solche “Phänomene” untersucht.
Ich habe auch die Beobachtung gemacht, dass Skeptiker Spaß daran haben ihre eigenen Dummheiten zu dekonstruieren und sich selbst zu zeigen wie sehr sie sich geirrt haben. Das führt eventuell dazu, dass man davon ausgeht, anderen würde das auch Spaß machen. Man übersieht dabei leicht, dass es eben doch ein großer Unterschied ist seine Fehler selbst zu entdecken oder von einem anderen darauf hingewiesen zu werden. Die Lust am Entdecken eigener Fehler kann man in meinen Augen auch daran erkennen, dass der Wechsel zum Skeptizismus in aller Regel lawinenartig passiert. Hat man einmal die Freude vom “Ausmisten” des eigenen Gehirns erlebt hört man erst wieder damit auf, wenn man davon überzeugt ist, dass sich keine gröberen Müllhalden mehr verstecken. Da man dieses Dekonstruieren und Ausmisten bis dahin allerdings so lieb gewonnen hat fährt man in gleicher Weise auch mit den Sachen fort die man selbst eh nie geglaubt bzw. von denen man vorher noch nie was gehört hat.
Und so wäre ich also wieder beim Grund warum ich gerne Dokumentationen über UFO’s sehe und regelmäßig enttäuscht werde wenn es einfach nichts zu zerlegen gibt.
Wir Skeptiker lieben es Sachen (in metaphorischem Sinn) zu zerlegen, was von Außen oft so aussieht als wären wir Spielverderber. In Wirklichkeit ist aber gerade das das Spiel das der Skeptiker am liebsten spielt.
Am 10. August 2008 um 14:24 Uhr
Edgar Mitchell (1971 Teilnehmer der Apollo 14 Mission) ist wohl einer von denen, die sich sicher sind, dass es Außerirdische, die uns mit Flugvehikeln besuchen, gibt: http://koopmodus.blogage.de/article/2008/7/26/Edgar-Mitchell—Ueber-den-Kontakt-zu-Ausserirdischen#
Am 10. August 2008 um 20:11 Uhr
Das Problem dabei ist halt, dass offensichtlich viele Leute glauben, dass ein Astronaut in irgendeiner Weise eine zuverlässigere Quelle ist als der Straßenkehrer von nebenan.
Gleiches Gilt für Piloten. Aus irgendeinem Grund scheinen viele Leute zu glauben Piloten wären zuverlässigere Augenzeugen.
Offenbar steigt die Glaubwürdigkeit einer Person mit dem Ansehen des ausgeübten Berufs.
Daran kann man auch erkennen welches “Ansehen” Wissenschaftler im Auge der allgemeinen Bevölkerung haben.